Respekt und Unterstützung für Griechenland

In Athen hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier seine Antrittsbesuche bei den europäischen Partnern am Donnerstag und Freitag fortgesetzt. Zum Auftakt der griechischen EU-Ratspräsident­schaft ist der Minister dort mit einer Vielzahl hochrangiger Gesprächspartner aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammengetroffen, um sich ein eigenes Bild der Lage vor Ort zu machen und die deutsche Unterstützung für den Reformweg Griechenlands zu verdeutlichen.

Außenminster Steinmeier mit seinem griechischen Amtskollegen Venizelos in Athen Bild vergrößern Außenminster Steinmeier mit seinem griechischen Amtskollegen Venizelos in Athen (© photothek.net) Das Interesse am Besuch des deutschen Außenministers war erkennbar groß: Ob im Anschluss an den Austausch mit seinem griechischen Amtskollegen Evangelos Venizelos am Ankunftsabend oder im Verlauf der Vielzahl von Gesprächen mit Regierungsvertretern, Abgeordneten des Parlaments und der Zivilgesellschaft am zweiten Besuchstag, stets waren zahlreiche Pressevertreter dabei und nutzen ausführlich die Gelegenheit für Fragen.

Griechenland den Rücken stärken

Dabei stand einerseits die EU-Zusammenarbeit im Rahmen der griechischen Ratspräsidentschaft im Fokus des Interesses. Mit Blick auf erste Zeichen der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage bildete die Unterstützung des Reformwegs Griechenlands einen weiteren Schwerpunkt.

Außenminister Steinmeier und der griechische Staatspräsident Papoulias Bild vergrößern Außenminister Steinmeier und der griechische Staatspräsident Papoulias (© photothek/Trutschel) Hierbei betonte Außenminister Steinmeier, er wolle sich nicht nur ein eigenes Bild der aktuellen Lage machen, sondern auch durch den frühen Besuch dem Land den "Rücken stärken". Denn, so Steinmeier, die EU brauche eine "arbeitsfähige, selbstbewusste" griechische Ratspräsidentschaft. Die Arbeit der Präsidentschaft gerade mit Blick auf die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai finde in einer wichtigen Zeit statt.

Zudem stellte der deutsche Außenminister klar, er sehe viele große Aufgaben für diese Präsidentschaft: Ein Beispiel sei es, die Bankenunion zum Abschluss zu bringen und so einen Beitrag zu mehr finanzpolitischer Stabilität zu leisten. In diesem Sinn solle sein Besuch auch ein Zeichen der Unterstützung sein.

Regierung muss Reformweg fortsetzen

Mit Blick auf den griechischen Reformkurs bekräftigte Steinmeier seine Anerkennung für die bereits geleisteten Anstrengungen und bezeugte der griechischen Seite seinen "hohen Respekt".

Den Rücken stärken: hier mit Ministerpräsident Samaras Bild vergrößern Den Rücken stärken: hier mit Ministerpräsident Samaras (© Photothek/Trutschel) Im Anschluss an sein "intensives 6-Augen-Gespräch" mit Ministerpräsident Samaras und Amtskollege Venizelos unterstrich Außenminister Steinmeier zudem seinen Eindruck, dass die Regierung den von ihr begonnenen Reformkurs weiterverfolgen werde: "Ich bin überzeugt, dass beide den Mut und die Entschiedenheit haben, den begonnenen Weg fortzusetzen."

Hierzu führte Außenminister Steinmeier weitere politische Gespräche Staatspräsident Karolos Papoulias. Auch bei Terminen mit Abgeordneten des griechischen Parlaments aus Regierungspartei und Opposition war das Thema zentrales Element der Unterredungen.

Wirtschaftliche Investitionen stärken

Außenminister Steinmeier im Gespräch mit Wirtschaftsvertretern in Athen Bild vergrößern Außenminister Steinmeier im Gespräch mit Wirtschaftsvertretern in Athen (© Photothek/Trutschel) Außenminister Venizelos nutzte den Besuch und dankte der Bundesregierung und den Deutschen für ihre bisherige Unterstützung für Griechenland. Er freue sich nun über eine wirtschaftlich positivere Perspektive, vor allem wegen des erwarteten Haushalts-Primärüberschusses für 2014.

Diese gute Entwicklung wie auch die wirtschaftlichen Erfolge des vergangenen Jahres im Tourismussektor zeigten, dass der Reformweg fortgesetzt werden müsse, unterstrich auch der deutsche Außenminister wiederholt. Aus Sicht Steinmeiers müsse auch überlegt werden, wie Deutschland dazu beitragen könne, dass Griechenland wieder mehr Investitionen erfahre. "Das sind Dinge, an denen ich gern weiterarbeiten möchte", so Steinmeier.

Auch im Gespräch mit deutschen und griechischen Wirtschaftsvertretern nahm Steinmeier den Eindruck mit, dass Anzeichen für leichte Besserung gegeben seien. Die Arbeitslosigkeit vor allem bei jungen Leute bilde aber weiterhin eine der großen Herausforderungen.

Diskussion zu Perspektiven junger Griechen

Steinmeier mit Schülerinnen und Schülern der Ellinogermaniki-Schule in Athen Bild vergrößern Steinmeier mit Schülerinnen und Schülern der Ellinogermaniki-Schule in Athen (© photothek/Trutschel ) Zum Abschluss seines Aufenthalts besuchte Außenminister Steinmeier die "Ellinogermaniki Agogi"-Schule in Athen. In der vollbesetzten Aula diskutierte Außenminister Steinmeier mit deutschen und griechischen Schülerinnen und Schülern ausführlich über zukünftige Herausforderungen des Landes, die deutsche Unterstützung für den griechischen Reform­prozess aus junger Sicht sowie Zukunftsperspektiven der jungen Leute.

Außenminister Steinmeier bedankte sich nicht nur herzlich bei den Diskutanten auf dem Podium und im Saal. Vielmehr verband er mit den Wünschen für "eine gute Zukunft" der Schülerinnen und Schüler die Hoffnung, dass in ein paar Jahren "der Zustand Europas ein anderer und besserer" sein werde.

Die Schule "Ellinogermaniki Agogi" bietet für ihre knapp 2.000 Schülerinnen und Schüler Deutschunterricht bereits ab dem Kindergarten an. Die Schüler werden so auf die Prüfungen zum Deuschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (KMK) vorbereitet. Seit 2010 gehört die Schule dem Netzwerk der vom Auswärtigen Amt koordinierten Partnerschulinitiative PASCH an.

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Außenminister Steinmeier besucht griechische Partnerschule (PASCH) Ellinogermaniki Agogi

Außenminister Steinmeier besucht Sprachdiplomschule in Griechenland

Im Rahmen seiner Griechenlandreise besuchte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier am 10. Januar auch die Athener Sprachdiplomschule Ellinogermaniki Agogi. Die Schule wird von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreut. Außenminister Steinmeier hatte konkret den Wunsch geäußert, griechische Partnerschulen des Netzwerks „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) kennenzulernen und dort mit Schülerinnen und Schülern zu diskutieren. 2008 hatte Steinmeier in seiner damaligen Funktion als Außenminister die PASCH-Initiative selbst ins Leben gerufen. PASCH vernetzt inzwischen mehr als 1.700 Schulen mit intensivem Deutschprogramm weltweit.

Respekt und Unterstützung für Griechenland

Frank-Walter Steinmeier visits Athens

Pressekonferenz

Im Zeichen der Solidarität

A European Union flag waves accross the Parthenon of Acropolis in Athens, Greece on 03 November 2011.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier setzt seine Antrittsbesuche bei den europäischen Partnern ab heute in Athen fort. Zum Auftakt der griechischen EU-Ratspräsidentschaft wird der Minister dort eine Vielzahl hochrangiger Gesprächspartner aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft treffen, um sich ein eigenes Bild der Lage vor Ort zu machen und ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Griechenland zu setzen.

"Wir wollen eine Europäische Union, die politisch und wirtschaftlich stark und zugleich sozial gerecht ist."

German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier talks to journalists during the flight to Athens

Im Vorfeld seiner Reise nach Athen sprach Außenminister Steinmeier mit der der griechischen Tageszeitung TA NEA. Lesen Sie hier das am 09.01.2014 erschienene Interview.