Grußwort von Botschafter Dr. Wolfgang Schultheiss anläßlich 110 Geburtstags der Deutschen Schule Athen

110 Jahre Deutschen Schule Athen - 110 χρόνια Γερμανική Σχολή Αθηνών Bild vergrößern 110 Jahre Deutschen Schule Athen - 110 χρόνια Γερμανική Σχολή Αθηνών

Lieber Herr Voß!

Sehr geehrte Frau Ministerin!

Liebe Schülerinnen und Schüler!

Meine Damen und Herren!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Ich kenne kaum einen Jubilar, der den 110. Geburtstag feiert und dabei so jung geblieben ist wie die Deutsche Schule Athen. Jung, was sowohl die äußere Erscheinung, als auch das Denken und Handeln anbelangt. Und sie ist immer hart am Ball. Als deutscher Botschafter bin ich stolz auf die Deutsche Schule Athen.

Meine erste Einladung zu einem öffentlichen Auftritt hier in Athen kam von der Deutschen Schule, und weitere sollten folgen. Ich habe ihnen immer gerne entsprochen. Nicht nur, weil ich mich beim Weihnachtsbazar für das Weihnachtsfest und die Zeit danach mit Dekoration und Gebäck eindecken konnte. Nein, auch weil ich nach dem ersten Rundgang in der Schule und den ersten Kontakten begeistert war von der Anlage der Schule, ihrem Angebot – ich erinnere nur an das Rollenspiel über die Vereinten Nationen und an das Sommerlager, und von den Schülern und Lehrern, soweit ich sie kennengelernt habe. Und ich habe viele kennengelernt, vor allem ehemalige Schüler. Es ist schön für einen Botschafter, auf so eine Vielzahl Ehemaliger der Deutschen Schule zu stoßen, die es zu etwas gebracht haben, aber auch auf alle anderen, denen das das nicht vergönnt war, denn wichtig für mich ist der Bezug zu Deutschland und zu deutscher Kultur.

Ich muß gestehen, ich selber bin gerne zur Schule gegangen, und in wenigen Wochen fahre ich zu einem Klassentreffen – 42 Jahre nach dem Abitur. Damals dachte ich, ich hätte auch Unnötiges, wenn auch Schönes gelernt, etwa Altgriechisch. Nach 40 Jahren wurde das aber ganz unerwartet für mich wieder akut, und plötzlich freue ich mich wieder darüber und bin dankbar dafür, was ich als Schüler notgedrungen alles lernen mußte. Man lernt nichts umsonst. Es ist schön und wichtig, auf einer guten Schule gewesen zu sein. In vielen Dingen, die ich tue, greife ich auf Schulwissen zurück. Ehrlich gesagt, hoff ich allerdings, daß ich die Integralrechnung nicht einmal reaktivieren muß!

Jetzt aber genug der Konfidenzen.

Herr Voß hat gesagt, ich dürfe über alles reden, nur nicht über 3 Minuten. Daran halte ich mich gerne, denn es geht heute ja in erster Linie um Musik. Also, noch einmal: herzlichen Glückwunsch der Deutschen Schule Athen und „chronia polla!“ auch an alle, die Konstantinos oder Elleni heißen und trotz ihres Namenstags heute hierher gekommen sind.

Grußwort von Botschafter Dr. Wolfgang Schultheiss anläßlich 110 Geburtstags der Deutschen Schule Athen