Ansprache des deutschen Botschafters Dr. Wolfgang Schultheiss auf der Gedenkfeier in Kommeno am 16. August 2007
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Botschafter Dr. Wolfgang Schultheiss
Liebe Bürger von Kommeno,
meine Damen und Herren.
Wir gedenken heute der Märtyrer, die am 16. August 1943 den deutschen Besatzungstruppen zum Opfer gefallen sind. Es war eine sinnlose Tat, ohne Anlass und ohne jegliche Rechtfertigung, dazu noch von besonderer Brutalität. Wir stehen fassungslos davor, Sie als Nachkommen und Mitbürger der Opfer, ich als Vertreter des Volkes, das diese Kriegsverbrechen begangen hat.
Die Tatsache aber, dass ich heute von Ihnen eingeladen bin, der Opfer zu gedenken, zeigt zweierlei:
- Wir sind in der Lage gemeinsam zu gedenken und zu trauern. Wir können Mitgefühl für die Opfer und ich auch Scham über das Handeln der Täter ausdrücken. Ihre Einladung zeigt menschliche Größe auf Seiten der Opfer; und mein Kommen die Bereitschaft des Volkes der Täter, sich der Vergangenheit zu stellen.
- Auf dieser Grundlage gelingt es uns, gemeinsam für eine bessere Zukunft zu arbeiten, in der die Menschenrechte beachtet werden, für eine Zukunft in Frieden, in Freiheit und in Wohlstand. Die Güte der Beziehungen zwischen unseren Ländern und die gemeinsame Mitgliedschaft in der EU zeigen, dass wir hierbei auf gutem Wege sind.
Die Toten, derer wir heute gedenken und die wir betrauern, waren ohne es zu wissen, der Auslöser dafür, dass sich die Völker Europas nach dem Krieg besannen und den Weg der Verständigung und der Freundschaft eingeschlagen haben. Insoweit war ihr Leid nicht umsonst.
Ich danke Ihnen.