Ansprache des deutschen Botschafters auf der Veranstaltung in Kandanos
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Herr Präfekt,
Herr Bürgermeister,
Herr Honorarkonsul,
meine Damen und Herren.
Ich danke Ihnen herzlich für die Einladung, nach Kandanos zu kommen.
Ich tue das gerne, aber auch mit ein wenig Bekommenheit. Kandanos gehört zu den Orten, die während des Zweiten Weltkriegs von deutschen Besatzungstruppen zerstört worden sind. Acht Griechen wurden am 3. Juni 1941 erschossen, die Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Nach dem Krieg wurde sie an einem neuen Ort wieder aufgebaut. Aber die Narben, der Schmerz um den Verlust von Menschen und vertrauter Heimat, bleiben.
Heute, 67 Jahre nach diesen Ereignissen, können wir kaum fassen, wie solche Grausamkeiten im zivilisierten Europa möglich waren. Das zeigt glücklicherweise, wie weit wir uns im Laufe von zwei Generationen näher gekommen sind, wie tief die Überzeugung der Notwendigkeit friedlichen Zusammenlebens in unseren Köpfen verankert ist. Es waren der friedliche Austausch zwischen den Bürgern Europas, Tourismus und die lange Zusammenarbeit in NATO und EU, die das möglich gemacht haben.
Wir dürfen die Ereignisse der Vergangenheit nicht vergessen. Sonst würden wir den Opfern nicht gerecht werden und unser Gewissen nicht schärfen können, um Menschenrechtsverletzungen in unserem näheren und weiteren Umfeld zu erkennen und, soweit es in unserer Macht steht, zu bekämpfen.
Vor allem müssen wir aber in Kenntnis dieser Vergangenheit gemeinsam die Zukunft gestalten. Hier können wir etwas bewirken, sowohl für uns selbst und unsere Kinder, aber auch für die Menschen von damals, deren Opfer dann nicht umsonst gewesen sein wird. Ich freue mich darauf, mit Ihnen, Herr Bürgermeister, und mit Ihren Mitarbeitern Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu besprechen.
Ich danke Ihnen.