Ansprache von Botschafter Dr. Wolfgang Schultheiss anläßlich des Empfangs zum Tag der Deutschen Einheit am 02. Oktober 2006 in der Residenz
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Botschafter Dr. Wolfgang Schultheiss
Anrede,
ich heiße Sie in meiner Residenz herzlich willkommen.
Wir feiern heute den Tag der Deutschen Einheit, der sich morgen zum 16. Mal jährt. Dies ist ein Grund zu uneingeschränkter Freude für uns Deutsche. Das Land ist, trotz erheblicher wirtschaftlicher Probleme, seitdem zusammengewachsen.
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Am 9. November 1989 öffnet die DDR ihre Grenze nach Westberlin und zur Bundesrepublik
Das zeigt sich auch in der Besetzung der höchsten Staatsämter. Wir haben eine Bundeskanzlerin, die in der DDR aufgewachsen ist, und wir hatten eine Zeit lang einen Parteivorsitzenden der SPD, der auch aus Ostdeutschland kam. Das wurde in den Medien bemerkt, ist aber heute Normalität geworden.
Frau Merkel weckt aufgrund ihrer Herkunft natürlich das Interesse für Ostdeutschland. So war Präsident Bush in diesem Sommer in ihrem Wahlkreis bei Stralsund in Vorpommern. Und es ist gut, daß die Aufmerksamkeit gelegentlich etwas mehr auf Ostdeutschland gezogen wird, das wirtschaftlich aufholen muß, aber auch viel Potential hat. Nicht zuletzt die Verlagerung der Bundeshauptstadt von Bonn nach Berlin war ja auch dadurch motiviert, den Fokus mehr auf die neuen Ländern der Bundesrepublik Deutschland zu lenken.
Bis 1989 symbolisierten Mauer und Stacheldraht quer durch Deutschland die Teilung Europas und der Welt in 2 Blöcke. 45 Jahre lang verdankten wir den Frieden in Deutschland ganz wesentlich der Freundschaft, dem politischen und militärischen Schutz von Partnerländern, die ihre Verantwortung ernst genommen haben. Deutschland wurde dann Beispiel für die Überwindung einer staatlichen Teilung. Alle diese Erfahrungen haben uns Deutsche politisch geformt. Daher übernehmen wir nun unsererseits Verantwortung für andere – in Europa und in anderen Teilen der Welt.
Mit Griechenland verbinden uns enge Beziehungen – kulturelle, wirtschaftliche und politische, im staatlichen und im persönlichen Bereich. Präsident Papoulias hat Deutschland gerade einen besonders herzlichen und erfolgreichen Staatsbesucht abgestattet. Wir arbeiten in Europa und auch bei internationalen Friedenseinsätzen Hand in Hand. Europa wächst zusammen. Wir leben in einer privilegierten Zeit des Friedens. Wir haben allen Grund, dankbar zu sein. Und das wollen wir heute feiern.
Ich danke Ihnen.