Diskussionsveranstaltung zu Perspektiven deutscher Außenpolitik mit Professor Heinrich August Winkler, Humboldt Universität Berlin, im griechischen Außenministerium
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Diskussionsveranstaltung zu Perspektiven deutscher Außenpolitik
Grußwort zur Vortragsveranstaltung „Neue Perspektiven für die Deutsche Außenpolitik ?“ am 23.03.2006, im Yannos Kranidiotis-Saal des GAM.
Sehr geehrter Herr Vize-Minister Stylianidis,
sehr geehrter Herr Professor Yfantis,
meine Herren Professoren auf dem Podium, lieber Herr Winkler,
meine Damen und Herren!
Ich freue mich sehr darüber, die heutige Veranstaltung zur deutschen Außenpolitik eröffnen zu können, und ich danke allen, die zu ihrem Zustandekommen beigetragen haben.
Mein Dank geht insbesondere an das EKEM-Institut und an das Institut für Griechisch-Deutsche Beziehungen der Universität Athen, die diese Veranstaltung vorbereitet haben, an die Friedrich-Ebert-Stiftung für ihre finanzielle Unterstützung und an das griechische Außenministerium für die Bereitschaft, uns dieses schöne Auditorium zur Verfügung zu stellen. Ich freue mich sehr, Herr Vizeminister Stylianidis, daß Sie die Zeit gefunden haben, heute Abend hier zu sein.
Das griechische Außenministerium, das ja auch Sitz des renommierten Zentrums für Europastudien EKEM ist, ist ein guter Ort, um über Perspektiven deutscher Außenpolitik nachzudenken.
Deutsche und griechische Diplomatie, wie uns auch gerade Vize-Außenminister Stylianidis bestätigt hat, stimmen in allen wesentlichen Fragen der internationalen Politik, ganz besonders der Europapolitik, überein. Diese außenpolitische Übereinstimmung ist eine wertvolle Ergänzung der engen kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen, von denen ich mich im ersten halben Jahr als Botschafter in Griechenland immer wieder aufs Neue überzeugen konnte.
Deutschland spielt eine gewichtige Rolle in der EU. Von Deutschland erwarten viele sogar eine Führungsrolle, die allerdings mit besonderer Sensibilität wahrzunehmen wäre. Ich glaube, wir sind hier auf gutem Wege.
Die neue Bundesregierung, die jetzt seit mehr als Hundert Tagen im Amt ist, hat außenpolitisch sehr schnell Tritt gefasst. Das gilt in ganz besonderem Maße für Bundeskanzlerin Angela Merkel selber, die im Europäischen Rat im Dezember mit Bravour ihre europapolitische Feuertaufe bestanden und bei ihren ersten Auslandsreisen einen ganz eigenen, schnörkellosen und zugleich sehr menschlichen Stil gezeigt hat. Damit hat sie breite Anerkennung, nicht zuletzt hier in Griechenland, gefunden. Denken Sie auch an den anscheinend mühelosen Balanceakt der Reisen nach Washington und Moskau, wo sie, ohne sich zu verbiegen, Kritik mit Freundschaft und Partnerschaft zu verbinden wusste, oder an die bemerkenswerte Reise nach Israel und in die Palästinensischen Autonomiegebiete, die unter wahrlich schwierigen Vorzeichen stattfand.
Meine Damen und Herren,
ich bin selber gespannt, was die Redner des heutigen Tages sagen werden. Insbesondere bin ich gespannt darauf, ob sie geneigt sind, das Fragezeichen hinter dem Titel: „Neue Perspektiven für die Deutsche Außenpolitik ?“ in ein Ausrufezeichen zu verwandeln.
Ich bedanke mich bei den Herren Professoren Tsoukalis und Kazakos, die in Griechenland seit langer Zeit über Deutschland und Europa forschen, für ihre Bereitschaft, an dieser Runde mitzuwirken. Sie beide haben mich schon bei einer früheren Veranstaltung beeindruckt.
Mit Herrn Iordanidis ist es uns gelungen, einen außenpolitisch besonders versierten Journalisten zu gewinnen, der seinen ausgezeichneten Ruf auch dadurch untermauert hat, dass er im letzten Jahr den von der Botschaft ausgeschriebenen Eleni-Vlachou-Preis für überragende journalistische Leistung gewonnen hat.
Vor allem aber möchte ich Ihnen, lieber Herr Professor Winkler, für Ihr Kommen danken. Sie gehören nicht nur zu den bekanntesten Historikern in Deutschland, sondern Sie haben sich auch über viele Jahre hinweg einen Namen als scharfsinniger Beobachter der politischen Lage in Deutschland und Europa sowie darüber hinaus gemacht. Schon während meiner Zeit im Bundespräsidialamt haben wir uns immer gerne an Sie gewandt, wenn wir eine scharfsinnige Analyse, einen abgewogenen Rat oder einen anregenden Diskutanten brauchten. Sie haben sich nie gescheut, auch kontroverse Themen anzupacken, selbst wenn Sie damit in Sturmböen tagespolitischer Auseinandersetzung zu geraten drohten.
Ihr letztes großes Forschungsprojekt trägt den Titel „Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte zwischen 1806 und 1990“. Es ist eines meiner beliebtesten Geschenke als Botschafter in Griechenland, gerade an Schulen. Ich freue mich sehr, daß Sie den Weg nach Athen gefunden haben, und ich bin sicher, daß Griechenland Sie bei Ihrem weiteren Aufenthalt so bezaubern wird, wie es das bei mir getan hat.
Ich danke Ihnen.
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