NRW hilft Griechenland - Feuerwehraktion für die Peloponnes

Rechtzeitig zum Osterfest ist in Piräus ein besonderes Osterei für die westgriechische Hafenstadt Patras eingetroffen: Aus den langen Reihen brandneuer Automobile fernöstlicher Fabrikation ragt im Freihafengelände ein roter "Leiterwagen" hervor: Ein MAN-Feuerwehrfahrzeug mit einer bis zum 7. Stockwerk hinaufreichenden Drehleiter.

Die Geschichte der deutsch-griechischen Feuerwehraktion reicht in das Jahr 2007 zurück, als in Griechenland Wälder so gross wie Luxemburg abbranten. NRW-Innenminister Hugo Wolf (FDP) entschied dann, einer Reihe von Gemeinden auf der besonders betroffenen West-Peloponnes insgesamt 7 Feuerwehrautos zur Verfügung zu stellen.

Die Löschfahrzeuge wurden in den letzten 10 Jahren von der Landesfeuerwehrschule in Münster zur Ausbildung verwendet und sollen in diesem Jahr ausgesondert werden. Der jetzt ausgelieferte Drehleiterwagen geht in die Provinzhauptstadt Patras. "Der Wagen wird uns ermutigen und helfen, eine Freiwillige Feuerwehr aufzubauen", sagt Vassilis Kantzaris von der Patrenser Stadtverwaltung.

Tatsächlich ist das System Freiwilliger Feuerwehren in Griechenland noch sehr unterentwickelt. Die Berufsfeuerwehren sind hingegen im Ernstfall mit Waldbränden in entlegenen Gebirgsorten überfordert. Der Aufbau örtlicher Freiwilligengruppen ist deswegen ein wichtiger Ansatz, die sommerlichen Flächenbrände besser in den Griff zu bekommen.

Nach dem Drehleiterwagen für Patras sollen in den nächsten Monaten nun 6 weitere Feuerlöschfahrzeuge nach Griechenland geliefert werden, in die Gemeinden Aegio, Olympia, Andritsiana, Megalopoi und Kalavryta, einem Bergstädtchen im 2400 m hoch aufragenden Chelmos-Gebirge. Im Zweiten Weltkrieg hat Kalavryta besonders unter der deutschen Besatzung gelitten. Insgesamt 700 Menschen, fast alle greifbaren Männer vom Knaben- bis zum Greisenalter wurden hier im Dezember 1943 in einer sogenannten Vergeltungsaktion der deutschen Wehrmacht erschossen.

"Jetzt geht es darum, ein Zeichen der Solidarität im heutigen Europa zu setzen" sagte der Gesandte der Deutschen Botschaft, Guy Féaux de la Croix bei der Übergabe des Drehleiterwagens an die Patrenser Freiwilligengruppe. "Wenn es in Griechenland brennt, kann uns dies in keiner Weise gleichgültig sein".

Allerdings werden 7 Feuerwehrautos alleine nicht ausreichen, die u.a. von der Klimaerwärmung und der Besiedlung bisheriger Naturflächen angetriebenen Brände effektiv einzudämmen. Mit der NRW-Schenkung ist immerhin ein Anfang gemacht mit einer deutsch-griechischen Zusammenarbeit, die Wälder vor grossräumiger Zerstörung retten und Menschen vor großen Gefahren bewahren soll.