Portrait des Monats

Hier werden bemerkenswerte Persönlichkeiten mit besonderer Bindung zu Deutschland und Griechenland präsentiert.

Prof. Dr. Hagen Fleischer 

Prof. Dr. Hagen Fleischer studierte an der FU Berlin Geschichte und Publizistik; während der Militärdiktatur 1967-74 veröffentlichte er Griechenlandanalysen (mit Pseudonym) in deutschen Zeitungen. Seit 1977 lebt Prof. Fleischer permanent in Griechenland. Zunächst als DAAD-Gastdozent, lehrt er seit über 30 Jahren neue Geschichte an den Universitäten Kreta bzw. Athen. Er repräsentierte Griechenland bei zahlreichen Konferenzen und Forschungsprojekten (u.a. bei der internationalen Historiker-Kommission zur Kriegsvergangenheit Kurt Waldheims 1987/88;  bei der Weltkonferenz ’Holocaust-Era Assets' (1998) oder beim Wissenschaftlichen Beirat der [revidierten] „Wehrmachts-Ausstellung“, 2001-2004. Im Oktober 2011 veranlasste Prof. Fleischer die Vernetzung der Universität Athen mit dem (weltweit größten audiovisuellen) Archiv der Shoah-Foundation in Verbindung mit der FU Berlin. Er verfasste ca. 100 wissenschaftliche Publikationen; sein letztes Buch Oi polemoi tis mnimis -zur Erinnerung und Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges im Gedächtnis der Welt- erscheint nun in 4. Auflage.

Sein außerordentliches Engagement gilt der Aufarbeitung der deutschen Besatzungszeit in Griechenland und damit auch einhergehend der Verbesserung der deutsch-griechischen Beziehungen. So war er zum Beispiel der erste Historiker an einer griechischen Universität, der über die Geschichte des 2. Weltkrieges unterrichtete. Sein besonderes Augenmerk richtet er auf die kollektive Erinnerung an die Geschehnisse der Besatzungszeit. Für seine Verdienste um die deutsch-griechischen Beziehungen erhielt Hagen Fleischer im Jahre 2007 das Bundesverdienstkreuz am Bande sowie 2010 die Ehrenmedaille der Berliner Freunde der Griechischen Kulturstiftung.

Portrait des Monats - Prof. Dr. Hagen Fleischer

Prof. Dr. Hagen Fleischer