Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den Bürgermeister der Stadt Kalavrita, Herrn Athanasios Papadopoulos

Im Namen des Bundespräsidenten hat Botschafter Dr. Albert Spiegel am 22. Juni 2005 dem Bürgermeister der Stadt Kalavrita, Herrn Athanasios Papadopoulos, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Bild vergrößern Im Namen des Bundespräsidenten hat Botschafter Dr. Albert Spiegel am 22. Juni 2005 dem Bürgermeister der Stadt Kalavrita, Herrn Athanasios Papadopoulos, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Im Namen des Bundespräsidenten hat Botschafter Dr. Albert Spiegel am 22. Juni 2005 dem Bürgermeister der Stadt Kalavrita, Herrn Athanasios Papadopoulos, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Herr Papadopoulos wird damit für seine Verdienste um die deutsch-griechische Freundschaft und sein Wirken für die Aussöhnung zwischen beiden Völkern geehrt.

 

Laudatio des Botschafters Dr. Spiegel anlässlich der Verleihung des
Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens
der Bundesrepublik Deutschland
an Herrn Athanassios Papadopoulos

 

Sehr geehrter Herr Papadopoulos,

liebe Gäste aus Kalavryta,

sehr geehrte Damen und Herren,

Es ist eine besondere Freude und Ehre für mich, heute dem Bürgermeister von Kalavryta, Ihnen, Herr Athanasios Papadopoulos, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Namen des Bundespräsidenten zu verleihen. Der Bundespräsident hat mich gebeten, Ihnen den Orden zu überreichen, was für mich aufgrund unserer vielen, intensiven Begegnungen auch ein persönliches Herzensanliegen ist. Bevor ich dies tue, gestatten Sie mir, dass ich ausführlicher auf die Begründung für die Ordensverleihung eingehe.

Am 13.12.1943 erschossen deutsche Truppen in Kalavryta und Umgebung ca. 700 Männer und zerstörten die Gebäude. Für die Überlebenden wurde die durch den Krieg ohnehin erschwerte Situation zur lebensbedrohlichen Notlage. Der Verlust quasi der gesamten männlichen Bevölkerung hinderte noch auf Jahre hinaus eine wirtschaftliche Erholung. Dies bekam auch Herr Papadopoulos, der 1953 in Kalavryta geboren wurde, zu spüren. Seine Mutter hatte damals Vater, Ehemann und drei Brüder verloren. Den Schmerz dieses Verlustes hat sie nie verwunden. Sie nahm sich wenige Jahre nach der Geburt von Herrn Papadopoulos das Leben.

Ungeachtet dieses Hintergrundes setzt sich Herr Papadopoulos seit vielen Jahren in seiner Funktion als Bürgermeister von Kalavryta und als Vorsitzender der Vereinigung der 66 sog. Märtyrerstädte von Griechenland für Ausgleich und Versöhnung mit Deutschland ein.

Bereits durch seine erste Berufswahl – als Mitarbeiter der VW- und Audivertretung in Athen, zu deren Ausbau er beitrug - bewies der damals erst 19-jährige, dass er klar zwischen dem nationalsozialistischem Unrechtsregime und Nachkriegsdeutschland unterscheiden wollte.

Den Gedanken des Vergebens und der Versöhnung hat er seitdem immer wieder in Wort und Tat gefördert. In seinen heutigen Funktionen hat er zahlreiche Initiativen mit Versöhnungscharakter angestoßen und maßgeblich mitgestaltet. Hierzu gehören u.a. der Besuch von BPr Rau im April 2000, ein seit vielen Jahren bestehender Jugendaustausch mit der Stadt Wolfsburg, der Besuch von ca. 1800 deutschen Jugendlichen im Sommer 2001 in Kalavryta und das vom AA unterstützte internationale Jugendseminar im Dezember 2003. Den Besuchern aus Deutschland, die Herr Papadopoulos in aller Regel persönlich betreut, wird dabei stets eine auch für griechische Maßstäbe besonders großzügige Gastfreundschaft zuteil.

Die jüngste Initiative war die Reise von Herrn Papadopoulos zusammen mit dem Bischof von Kalavryta nach Berlin im Januar 2004 zum Amtssitz von BPr Rau, bei dem er die Gründung eines europäischen „Haus des Friedens“ in Kalavryta anregte.

Als Vorsitzender des Verbands der Opfergemeinden spielte er immer eine mäßigende, vermittelnde Rolle. Sein Beitrag ist insbesondere vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Besatzungsvergangenheit noch heute einen Reibungspunkt in den bilateralen deutsch-griechischen Beziehungen darstellt. Wir werden nie vergessen. Herr Papadopoulos hat zur Hoffnung für eine bessere Zukunft beigetragen.

Herr Papadopoulos hat sich mit seinem Engagement besonders um die deutsch-griechische Aussöhnung und damit um Deutschland verdient gemacht. Angesichts seiner Verdienste wird ihm heute das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Im Namen des Bundespräsidenten hat Botschafter Dr. Albert Spiegel am 22. Juni 2005 dem Bürgermeister der Stadt Kalavrita, Herrn Athanasios Papadopoulos, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Bild vergrößern Im Namen des Bundespräsidenten hat Botschafter Dr. Albert Spiegel am 22. Juni 2005 dem Bürgermeister der Stadt Kalavrita, Herrn Athanasios Papadopoulos, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den Bürgermeister der Stadt Kalavrita, Herrn Athanasios Papadopoulos